Outdoor:
Die Woche war generell ziemlich voll gepackt und dabei dann auch recht viel mit Radfahren in unterschiedlichen Ausprägungen, wenn auch nicht immer nur in Hamburg. Da ich wusste, dass ich zum Wochenende hin nicht so viel Zeit in Hamburg haben werde, das Wetter mitspielte und einen Tag auch noch lieber Besuch aus dem Süden in Hamburg war hatten die ersten drei Tage ganz viel Hamburg zu bieten. Ging es Montag noch fokussiert nach Niendorf für eine Tour, so wurde das Rad am Dienstag wieder als Transportmittel in die Innenstadt genutzt. An der Alster entlang boten sich so viele Blicke, die mich als Hamburger dieses unbewusste und alles sagende "Hach" seufzen lassen. Ich persönlich glaube ja, dieses "Hach" ist genau so ein vollständiger Satz wie "Moin".
Wenn man den Alsterlauf auf dem Weg schon so belebt sieht, weiß man, dass die Entscheidung mit dem Rad zu fahren nicht nur wegen der ruhigen Ausblicke, sondern auch wegen des Parkens am Endziel, dem "Alex" am Jungfernstieg, die bessere Option war. Einfach vor der Tür anschließen, reingehen, liebe Freunde treffen und entspannt die Gesellschaft und den Ausblick von dort auf Alsterdampfer, -fontäne, -schwäne und Lombardsbrücke, sowie die darauf zwischen Dammtor und Hauptbahnhof fahrenden Züge genießen und das alles bei dem Licht, das es nur am Wasser gibt.
Es sollte scheinbar so sein, dass ich an dem Abend dort war. Normalerweise laufen die Spiele bis Ende Oktober, dieses Jahr wurden Sie aber in den letzten Tagen kurzfristig frühzeitig für dieses Jahr beendet, da Reparaturen an dem Wasserbecken nötig sind und das Wasser abgelassen werden muss. Glück gehabt!
Der Abend hatte was: Nicht wirklich durchgeplant, einfach in den Abend reinleben und spontan entscheiden wonach einem ist und die Eindrücke der Stadt genießen. Auf der Fahrt nach Hause saugte ich auch an so vielen Stellen die Stimmung der noch draussen sitzenden Menschen in der Stadt auf und mir wurde etwas bewusst: Als das Projekt im Kopf langsam Gestalt annahm ging es mir drum vieles zu sehen was ich bisher nicht kannte: Straßen, Plätze, besondere Häuser, geschichtsträchtiges und auch lauschiges, fernab der Hauptstraßen. Darum habe ich immer bei meinen Touren immer sehr drauf geachtet, dass sie bei Tageslicht sind, damit ich möglichst viel sehe. Aber an diesem Abend kam etwas neues auf, was fast noch interessanter ist: Die Stimmung der Stadtteile, die Menschen, die dort leben, die unterschiedlichen Lebensmodelle in den verschiedenen Teilen der Stadt. Unterschwellig war dieser Aspekt schon vorher präsent, aber an diesem Abend kam er so richtig durch. Ich hatte irgendwann angefangen meine Buds wegzulassen, um die Stimmung auf den Runden zu hören und bei meinen Touren hatte ich die Unterschiedlichkeit der Stadtteile natürlich bemerkt. In Eppendorf, Rotherbaum und in der Innenstadt gefahren zu sein hat diese Wahrnehmung aber nochmal verstärkt, einfach weil ich mit dem Rad mehr aufgenommen habe.
Also, weg von der Starrheit in Bezug auf das Tageslicht und nochmal mehr lernen.
Ach ja, eine dritte Tour gab es auch noch, diesmal wieder durch Niendorf. Im Gegensatz zum Abend vorher war dieser eher "nüchtern" und nicht so hamburgisch angehaucht. Aber das Bild der äusseren Bereiche ist sicherlich nicht das, was man mit Hamburg verbindet und vor allem eines: Wohnen und Alltag.
Outdoor (Offtopic):
Es passt nicht wirklich zum eigentlichen, ursprünglichen Thema des Blogs, aber es ergänzt ein Thema, welches ich zuletzt mal angeschnitten und ausgetestet hatte: Die Nutzung des Rads generell mehr als Verkehrsmittel und dann auch in Kombination mit anderen. Das Blog soll auch nicht statisch sein, sondern leben und die gemachten Erfahrungen des Projekts spiegeln sich auch in den Inhalten hier wider.
Zur Vorgeschichte: Ich war im Juli zu einem Konzert in Düsseldorf und wir wollten nachts noch wieder zurück, standen aber erstmal zwei Stunden lang auf dem Parkplatz vor Ort bevor wir ansatzweise auf einer Straße gen Heimat waren. Da hatte ich mir schon gesagt, dass ich bei ähnlichen Veranstaltungen in Hamburg mindestens die letzten Kilometer mit dem Rad machen würde.
In der letzten Woche war ich - leider alleine - auf einem Konzert in Essen mit 20,000 Besuchern und die Vorabmail des Veranstalters bzgl. Anfahrt und des Parkens war schon ... entmutigend. Also habe ich kurzerhand den Plan geschmiedet, die Kombination Auto inkl. der letzten Meile mit dem Rad dort auszutesten. In fremden Städten ist man mit dem Auto parktechnisch eh viel zu abhängig und weiß nicht was am besten geht und nimmt dann doch wieder die Option des Parkplatzes an der Evenlocation.
Mein Bild von Essen und speziell vom Seaside Baldeney Beach war: Am Wasser, flach, alles an der Ruhr, von der mein Bild auch eher gemächlich durch mehrere Städte dahinfliessend war. Parken und dann mit dem Rad die letzte Meile ist ja kein Problem. Denkste! In meinem anvisierten Zielbereich bemerkte ich schon die Steigungen, hoffte aber noch, dass es zur Ruhr hin wieder deutlich flacher wird. Aber die Hoffnung erfüllte sich nicht. Aus Zeitnot, Mangel an Alternativen und auch dem Blick auf den Stau auf GoogleMaps biss ich dann in den sauren Apfel. Es konnte ja nur bergab gehen und das war für den Hinweg in Anbetracht der Zeit mehr als ausreichend für mich, aber schon mit dem Hintergedanken "Die Rückfahrt schaue ich mir dann später an." im Kopf. Die "leichte" Steigung von meinem Parkplatz zur Kuppe in Richtung Eventlocation hatte ich aber noch übersehen und so musste ich mir die Abfahrt dann doch noch erarbeiten.
To keep a long story short: Der Rückweg war weniger schlimm als gedacht, weil ich dann noch eine Route mit einer sanften Steigung gefunden hatte und ich merkte wieder, wie gut meine Fitness auf dem Rad verglichen mit der Zeit vor dem Projekt ist, auch wenn da noch deutlich Luft nach oben ist. Mich haben nur drei Busse und Pedelecs am Berg überholt. Abgesehen von dem kleinen Kraftakt aufgrund der unzureichenden Planung an einem recht chaotischen Tag war die Option mit dem Rad aber trotzdem eine gute. Die Fußgänger auf den Weg zum Großparkplatz oder Busshuttle konnte ich alle überholen und keine 30 Minuten nach Konzertende saß ich im Auto und war auch schon auf der Autobahn gen Heimat. Eine deutliche Steigerung zu 2 Stunden in Düsseldorf knapp zwei Monate zuvor.
Warum ich das so ausführe und dieser Aspekt der Transportmittelkombination so rauskehre ist recht einfach: Die Jugend von heute in den größeren Städten lebt genau das recht intensiv mit den ganzen Sharing-Angeboten, sei es Autos, eScooter, Leihräder oder auch der traditionelle ÖPNV wie Bus, Bahn, oder MOIA. Ein eigenes Fahrzeug nimmt die Flexibilität. Mit dem eigenen Rad zum Treffen zu kommen behindert einen beim spontanen Wechseln zu einer weiter entfernten Location oder man muss am nächsten Tag los, um es wieder abzuholen.
In Hamburg setzt auch der HVV verstärkt auf die Verbindung der Bahnen und Busse mit flexibleren Mobilitätangeboten unter dem Namen "Switch". Durch Kooperationen kann man in einer App Bahn, Bus, MOIA, eScooter und SIXT CarSharing nutzen. Sehr flexibel und sicherlich ein Rechenexempel, ob sich ein eigenes Auto wirklich lohnt. Aktuell nutze ich es aber noch mit meinen eigenen Optionen der Kombination der Transportmittel.
Doch zurück zum eigentlichen Projekt...
Indoor:
Das Trackingvideo soll bald wieder ein kleines Update im Design erhalten, um es noch klarer zu machen. Natürlich zählt das Hamburger Umland zu Hamburg. Was wäre Hamburg ohne Wedel, Norderstedt, Pinneberg, Buxtehude, Ahrensburg und alle anderen Vororte. Wenn jemand Fremdes einen fragt wo man herkommt sagen die meisten dann doch eh "aus der Nähe von Hamburg". Für den Trackingfilm ist das Umland aber mal ausnahmsweise nicht wirklich wichtig und soll daher dann nur noch verschwommen wahrnehmbar sein. Da muss ich noch ein bisschen an der Layerlogik feilen ...
Beim Tracking fallen mir dann auch immer wieder Kleinigkeiten in den Daten auf. Sei es, dass eine Straße dazugekommen ist, die zwar auf Openstreetmap existiert, aber in meinem 2022 gemachten Auszug der Wikipedia-Artikel noch nicht. Klar, ein kleiner manueller Datenabgleich behebt das, aber es erinnerte mich wieder dran, dass ich aktuelle Straßennamensänderungen auch immer mitbekommen möchte. Da muss ich mir noch eine offizielle Quelle in Hamburg suchen, in der so etwas bekanntgegeben wird.
Und dann fallen einem Details in Openstreetmap auf, die man da dann noch korrigiert. Erstaunlicherweise spiegelte der vorherige Stand genau meinen Wissenstand wider, der aber sachlich falsch war. Als Beispiel nahm ich vorher immer an, dass die Ohechaussee von Norderstedt bis an den Swebenweg, also noch auf Hamburger Stadtgebiet verläuft und danach die Oldesloer Straße zur Autobahn führt. Laut Straßenverzeichnis gibt es aber keine Ohechaussee in Hamburg und die Oldesloer Straße beginnt an der Stadtgrenze zu Norderstedt bzw. Schleswig-Holstein.
Fehlt noch was ?
Ja, noch halte ich etwas an den Zahlen fest, einfach weil es messbar ist und für mich selber den Fortschritt aufzeigt. Aber je weniger ich auf die Zahlen pro Woche oder Tour achte desto entspannter und mehr Genuss ist es und sie rücken etwas in den Hintergrund, auch um Stress rauszunehmen. Das soll aber nicht heissen, dass ich das Ziel von 1000 km Straßen in 2023 nicht noch vor Augen habe.
Wie schon in einem vorherigen Post erwähnt wird die Effizienz zunehmend uninteressanter, da ich die Touren anders plane und das Rad auch mehr zum Verkehrsmittel wird. In einem Umkreis von 3 km habe ich alles gesehen und erfahren. Da kann ich bei einer Zuhause gestarteten Fahrt in die Stadt nicht wirklich viel Effizienz erwarten. Darum lasse ich sie hier in Zukunft weg und nehme es nur als Bewertung für mich bei einzelnen Touren
Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 42.550
Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 468.226 (468,226 km)
Diese Woche komplettierte Strassen/Stadtteile (Doppelzählungen möglich): 111
Ausblick auf KW 35/2023:













