Outdoor:
Die Woche bot mal wieder ein bisschen Option für bewusste Touren und aktuell habe ich Niendorf auf dem Schirm. Ich komme da mit gerade mal drei Ampeln auf dem Weg hin und es ist nicht ganz so überfüllt, man kann rollen und Schwung mitnehmen.
Der Garstedter Weg ist gefühlt eine Art Grenze in der Straßenanlage und Bebauung. Östlich von ihm bis zum Flughafen sind es eher einfach, alleinstehende Häuser und auch viel grün drum rum und auch die Straßen sind nicht immer ausgebaut. So nah am Flughafen baut wahrscheinlich niemand, der die entsprechenden Finanzmittel im Hintergrund hat.
Westlich des Garstedter Wegs wird es etwas enger, bürgerlicher und gepflegter, und dabei aber nicht großzügig gebaut. Irgendwo zwischen der A7, dem Swebenweg - und damit schon fast der Grenze zu Schleswig-Holstein - und dem Flughafen ist es hier auch nicht immer ruhig, obwohl das nahe Moor bestimmt genug für Bewegung in der Natur bietet.
Beim Planen und Abradeln waren mir schon ein paar Häufungen in den Straßennamen aufgefallen. Deutsche Volksstämme (Ostfalen, Bayern, Thüringer, Hessen, Teutonen, Goten etc.) war sicherlich das markanteste. Ich hab hierzu schon mal angefangen ein bisschen zu recherchieren und gehe in einem späteren Post wohl nochmal etwas mehr drauf ein.
Die zweite Straßengruppe basiert auf den Namen von durch die Nationalsozialisten ermordeter Widerstandskämpfer. Zentrales Element hierfür ist das Mahnmal "Tisch mit 12 Stühlen". Auf 11 der Stühle finden sich die Namengeber der umliegenden Straßen und ein freier Stuhl, auf den sich der Besucher setzen und somit so etwas wie den Geist der Widerständler spüren soll.
Zusätzlich zu den geplanten Runden war aber auch diese Woche das Rad wieder Verkehrsmittel und das Nützliche wurde mit dem Projekt verbunden. Für Erledigungen musste ich in die Stadt. Wer die Parkplatzsituation und -preise dort kennt wird verstehen, dass man da nicht gerne mit dem Auto hin will, aber aus logistischen Gründen machte ein Teil des Weges dann doch Sinn. Also, Rad auf den Träger, ab nach Hammerbrook und dann von dort in die Stadt und auf dem Rückweg ist man gleich in der Ausflugschneise über die Elbbrücken nach Süden. Und da der Plan so für mich stand bin ich halt früher los, hab die Runde noch etwas erweitert und durch die Hafencity in Richtung City. Rad anschließen, Erledigungen machen und dann zurück mit dem Rad zum Auto.
Die Hafencity hat sich so krass verändert. Ich habe noch Bilder im Kopf wie es früher (nicht neulich) hier aussah als es noch Hafengebiet war mit dem sehr präsenten Gasometer, danach waren es "nur noch" Schuppen, mit der zunehmenden Größe der Schiffe war hier auch zunehmend weniger Kaiumschlag zu sehen.
Den Blick von der Hafencity Uni in Richtung Elbbrücken kannte ich schon.
Was mich aber erstaunt hatte war wie es jetzt am Liegenplatz der "MS Stubnitz" aussieht. Hier war vor ein paar Jahren noch die Hauptstraße von den Elbbrücken in die Hafencity und Staubwüste mit "Rennstrecken" für Rollstühle mit Kettenantrieb gefühlt in der Mitte des Nichts. Heute findet man hier dekorative Kräne (ich könnte schwören die standen dort die letzten Jahre nicht), Grünflächen, eine Fahrradstraße und Hafenflair.
Nach dem Erlebnis steht auch wieder der Plan eine der kostenfreien Führungen durch die Hafencity wahrzunehmen.
Die Runde war zwar nur klein, aber sie hat mir für meine weiteren Planungen eine Erkenntnis gebracht: In der Innenstadt werde ich sicherlich nicht zu Zeiten fahren zu der die Geschäfte offen haben. Es gibt zwar gut markierte und ausgebaute Radwege, aber die bringen nichts, wenn man als einziger auf alle Fußgänger achten, dass sie nicht einfach vor das Rad laufen, wenn sie nicht eh schon in größeren Gruppen mit Gepäck auf selbigem stehen. Die meisten fühlen sich auf dem Bürgersteig sicher, schliesslich fahren dort ja keine Autos, also droht keine Gefahr. So die einfache und eingeschliffene Denke, wobei es weder ein Denken als wirklich ein antrainiertes Muster ist, das sicherlich eine Zeit braucht bis es aus den Köpfen verschwunden ist.
Indoor:
Mir kreisen immer so viele Ideen im Kopf rum, auch für die Texte im Blog, alle Ideen, Erlebnisse, Gedanken. Aber einfach drauflosschreiben? Nein, ich muss es ja erst im Kopf strukturieren. Und schwupps ist fast wieder eine Woche rum und der Druck für den Rückblick wächst.
Auch das ist wieder ein Rädchen an dem ich drehen werde und was wieder ein bisschen Selbsterkenntnis und Lerneffekt, auch ausserhalb des Hamburgwissens, bringt. Zwischendurch schon die Tageseindrücke niederschreiben und dann sollte der Rückblick auch schneller draussen sein.
Fehlt noch was ?
Ja, noch halte ich etwas an den Zahlen fest, einfach weil es messbar ist und für mich selber den Fortschritt aufzeigt. Aber je weniger ich auf die Zahlen pro Woche oder Tour achte desto entspannter und mehr Genuss ist es.
Wie schon in einem vorherigen Post erwähnt wird die Effizienz zunehmend uninteressanter, da ich die Touren anders plane und das Rad auch mehr zum Verkehrsmittel wird. In einem Umkreis von 3 km habe ich alles gesehen und erfahren. Da kann ich bei einer Zuhause gestarteten Fahrt in die Stadt nicht wirklich viel Effizienz erwarten. Darum lasse ich sie hier in Zukunft weg und nehme es nur als Bewertung für mich bei einzelnen Touren
Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 26.860
Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 425.676 (425,676 km)
Diese Woche komplettierte Strassen/Stadtteil (Doppelzählungen möglich): 74
Ausblick auf KW 34/2023:




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