Nachdem meine Idee und der Entschluss für diese Challenge geboren und dieser Blog zum Leben erweckt worden war hatte ich auch recht früh meinen eigenen Rahmen und Regeln im Oktober 2022 aufgestellt. Eine davon war, dass ich sie mit einem konventionellen Rad bzw. ohne Unterstützung durch einen Motor fahre.
Während des letzten Jahres gab es zwei bis drei Faktoren, die mich meine anfangs aufgestellten Regeln - und vor allem diese eine - überdenken ließen.
- Zum einen war da meine Tour durch die Fischbeker Heide und den starken Steigungen, die ich mit meinem normalen Tourenrad nie schaffen würde und ich sie daher hochgeschoben habe. Daher hatte ich mir da ja schon die Frage gestellt, was mehr im Sinne der Challenge ist: Die starken Steigungen hochschieben (was ja kein "RideHH" mehr wäre) oder sie mit Unterstützung zumindest versuchen ?
- Der Fortschritt im letzten Jahr und die daraus resultierenden weiteren Anfahrten für neue Gegenden war ein Teil der Lernkurve. Bis Anfang des Jahres hatte ich alles im Umkreis von 4 km Luftlinie bis auf minimale Ausnahmen gesehen. Bisher habe ich die Strecken entweder mit dem Auto überbrückt oder bin sie hin- und wieder zurückgefahren, was wieder Zeit und Kraft kostet. Und die Anfahrt per Auto ist in einigen zentraleren Stadtteilen wegen des Parkens ein vorhersehbares "Problem".

- Manche meiner normale Touren mit dem Fahrrad als Transportmittel des Alltags und außerhalb des Projekts sind mit dem normalen Fahrrad zu weit oder man kommt verschwitzt an (z.B. Teammeetings an der Alster, Freundesbesuch aus Bamberg an der Alster o.ä.), Bus und Bahn doch manchmal kompliziert oder unzuverlässig und eine Mitnahme des Rads ist auch nicht (immer) erlaubt. Der Fahrraddealer meines Vertrauens meinte, dass sich mein Verhalten mit einem Pedelec ändern würde und ich dann wesentlich mehr Strecken mit dem Rad erledigen würde.
Die Idee gärte also schon länger.
Im Januar bot sich mir dann die Gelegenheit ein gute gepflegtes Mountain-Pedelec günstig zu bekommen. Das klang nach einer sinnvollen Ergänzung und angucken kostet nichts.
Der erste Eindruck war gut, also auf zur kurzen Probefahrt. Erstmal ging es bergab, um danach dann die Zuschaltung bergauf ordentlich testen zu können. "Hmmm, vielleicht ein bisschen wenig Luft auf den Reifen, aber vielleicht bin ich einfach ein bisschen schwerer als der Verkäufer." Am Ende der Bergabstrecke gab es noch ein Stück Offroad in den Wald rein. "Puh, hier haut das bisschen weniger Luft schon etwas stärker durch. Ich halte mich mal zurück und versuch mal die stärkeren Schläge zu vermeiden. Ist ja schließlich (noch) nicht mein Rad". Dann wurde es mir aber doch zu schlammig und ich drehte um. Der Anstieg lag ja noch vor mir und die Verkäufer sollten sich ja keine Sorgen machen, dass ich mit dem Rad abgehauen bin (okay, mein Auto stand eh noch vor deren Tür).
Im Januar bot sich mir dann die Gelegenheit ein gute gepflegtes Mountain-Pedelec günstig zu bekommen. Das klang nach einer sinnvollen Ergänzung und angucken kostet nichts.
Der erste Eindruck war gut, also auf zur kurzen Probefahrt. Erstmal ging es bergab, um danach dann die Zuschaltung bergauf ordentlich testen zu können. "Hmmm, vielleicht ein bisschen wenig Luft auf den Reifen, aber vielleicht bin ich einfach ein bisschen schwerer als der Verkäufer." Am Ende der Bergabstrecke gab es noch ein Stück Offroad in den Wald rein. "Puh, hier haut das bisschen weniger Luft schon etwas stärker durch. Ich halte mich mal zurück und versuch mal die stärkeren Schläge zu vermeiden. Ist ja schließlich (noch) nicht mein Rad". Dann wurde es mir aber doch zu schlammig und ich drehte um. Der Anstieg lag ja noch vor mir und die Verkäufer sollten sich ja keine Sorgen machen, dass ich mit dem Rad abgehauen bin (okay, mein Auto stand eh noch vor deren Tür).
Kurz nach dem Umdrehen war die Felge inzwischen sehr deutlich zu merken beim Fahren. Daher stieg ich ab, um mal in Ruhe zu schauen und ... der Reifen war komplett platt. Mist! Vom am weitesten entfernten Punkt und dann auch noch bergauf, aber schiebenderweise. Wie unangenehm: Einmal Probefahrt und ich bringe es kaputt wieder.
Wieder bei den Verkäufern angekommen wurde meine Reue aber schnell komplett umgekehrt. Es tat ihr leid, ihr Mann hätte es doch erst geflickt und sei seitdem auch nicht mehr gefahren. Okay, Glück gehabt, scheinbar mehr ein Verkäuferfehler. Ich konnte mich dann natürlich erstmal nicht zum Kauf durchringen, da ich auch nicht einschätzen konnte, warum es ein offenbar wiederkehrender Fehler war. Sie wollte es es mit ihrem Mann klären und sich nochmal melden.
Knapp 1 1/2 Stunden später bekam ich eine Nachricht: Ihr Mann hätte keine Lust sich nochmal um den Platten zu kümmern und sie würden mir das Rad schenken, wenn ich denn wollte.
Knapp 1 1/2 Stunden später bekam ich eine Nachricht: Ihr Mann hätte keine Lust sich nochmal um den Platten zu kümmern und sie würden mir das Rad schenken, wenn ich denn wollte.
Eine Sache habe ich in meiner Jugend in Bezug auf Fahrrad definitiv gelernt: Reifen flicken. Das Risiko mit null Kosten für das Rad war für mich kalkulierbar. Zur Not verdient mein Fahrraddealer noch was. Also ging es zurück zum Verkäufer, Rad auf den Träger und ab nach Hause.
Natürlich nahm ich die Challenge (noch eine) an, dass ich das alleine behebe und ging gleich am nächsten Tag ran. Das Loch war schnell gefunden, im Mantel und dem Speichenband war keine Ursache für ein wiederkehrendes Loch festzustellen, Flicken drauf, warten, aufpumpen, warten, Schlauch in den Mantel, auf Druck aufpumpen, wieder warten. Am nächsten Tag war der Reifen immer noch prall und ich konnte eine erste Testrunde starten.
Kurzum: Ich bin jetzt elektrifiziert und hatte die Option auch schon bei meinen Touren im Februar/März für das Projekt ausgetestet (das Auto war länger in der Werkstatt und somit fiel die Option "Fahrradträger" weg) und auch mein sonstiges Verhalten versucht zu ändern.
Auf den vorherigen Überlegungen aufbauend gibt es also kleine Anpassungen meiner Regeln (ich mach dazu mal eine eigene Seite zum leichteren Finden)
- Überbrückungsfahrten zu neuen Gegenden darf ich mit Unterstützung machen. Die neuen Bereiche fahre ich weiterhin gemächlich ohne Unterstützung, mit Zeit und Ruhe mit Blick für die Umgebung. Das Projekt ist kein Sprint, sondern eine Reise.
- ebenso bei Anstiegen, die ich sonst nur mit Schieben machen könnte und bei denen die Unterstützung mir mehr Radfahren ermöglicht als ohne sie ist die Unterstützung okay. Normale Anstiege mache ich weiterhin ohne Unterstützung. Die Köhlbrandbrücke habe ich schließlich auch komplett ohne geschafft.
Die Ideen für den Alltag gehen von abendlichen Cachetouren, Arztbesuchen etc. bis hin zu der etwas längeren allwöchentlichen Tour zu meinem Sport hin und zurück (Ziel für dieses Jahr: 16 km hin, 1 Stunde Sport, 16 km zurück. Erstmal mit Pedelec, dann mal mit dem normalen).
Ja, die Fahrten in die zu fahrende Gegend macht ordentlich Spaß mit Geschwindigkeit, aber das erhöhte Gewicht durch den Akku merkt man dann vor Ort ohne Zuschaltung schon. Es ist eine Option für mehr Flexibilität, aber das altgediente Tourenrad ist wahrscheinlich die bessere Wahl, nicht zuletzt wegen der besseren Sitzposition und der schmaleren Reifen als ein Mountainbike. Aber für umsonst - äh, kostenfrei ... 😉
Ja, die Fahrten in die zu fahrende Gegend macht ordentlich Spaß mit Geschwindigkeit, aber das erhöhte Gewicht durch den Akku merkt man dann vor Ort ohne Zuschaltung schon. Es ist eine Option für mehr Flexibilität, aber das altgediente Tourenrad ist wahrscheinlich die bessere Wahl, nicht zuletzt wegen der besseren Sitzposition und der schmaleren Reifen als ein Mountainbike. Aber für umsonst - äh, kostenfrei ... 😉
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