Sonntag, 6. April 2025

Ein Jahr Stillstand ?!

Ja, das könnte man denken, wenn man sich das Blog anschaut. Das letzte Posting ist immerhin schon ein Jahr alt. Schweigen kann entweder ein Zeichen von fehlendem Inhalt oder einfach zu vielen Ideen, zu viel Überlegen, zu viel anderen Themen und natürlich auch viel Aktivität auf dem Rad deuten. Und ja, es ist eher letzteres.

Wie oft habe ich mich mit dem Gedanken getragen, dass ich mal wieder was schreiben muss. Schließlich hatte ich von "Oh ja, die Tour von Stade nach Cuxhaven, auch wenn sie nichts mit Hamburg zu tun hat, das könnte man was drüber schreiben" oder "Das Dilemma mit dem Hinterrad des Pedelecs wäre doch auch mal wieder einen Post wert" über "Die Vierlande als Radfahrgegend" bis zu "Yes! Das Jahresziel der 1000 km komplettierter Straßen in 2024 ist geschafft und es gibt Kuchen!" und "Was mache ich jetzt mit der gewonnenen Fitness über den Winter?" mehr als genug Input. Und natürlich darf auch "Mehr Hamburg!" und Zwischenstände zu dem neu Kennengelernten und ein bisschen Statistik nicht fehlen.

Ja, das ist jetzt nicht wirklich viel Content zum eigentlichen Thema, aber schon mal ein Lebenszeichen. Eigentlich weiß ich, dass viele aus meinem direkten und erweiterten Umfeld mein Vorhaben kennen und auch ziemlich feiern. Ja, es gab anfangs auch kritische Stimmen, die nicht dran geglaubt haben. Zumindest haben sie es ausgedrückt, aber da war auch eine ganze Menge Motivation in meine Richtung mit enthalten, dass ich es durchziehen soll. 
Und für alle Zweifler und die, die ich selten spreche und wenn doch, es sicherlich andere, wichtigere Themen gibt: Ja, ich bin noch dabei, immer noch ziemlich motiviert, mit der aufkommenden Wärme nochmal mehr und fitter als vor Beginn dieses Vorhabens.

Wie so oft im Leben gilt aber: Weniger denken, mehr machen!

Und so ist dieser erste Post in 2025 und seit fast einem Jahr als Versprechen, Selbstverpflichtung und kleines Mantra gemeint, wieder mehr zu schreiben. 

Montag, 15. April 2024

Volle Power !

Nachdem meine Idee und der Entschluss für diese Challenge geboren und dieser Blog zum Leben erweckt worden war hatte ich auch recht früh meinen eigenen Rahmen und Regeln im Oktober 2022 aufgestellt. Eine davon war, dass ich sie mit einem konventionellen Rad bzw. ohne Unterstützung durch einen Motor fahre.
Während des letzten Jahres gab es zwei bis drei Faktoren, die mich meine anfangs aufgestellten Regeln - und vor allem diese eine - überdenken ließen. 
  • Zum einen war da meine Tour durch die Fischbeker Heide und den starken Steigungen, die ich mit meinem normalen Tourenrad nie schaffen würde und ich sie daher hochgeschoben habe. Daher hatte ich mir da ja schon die Frage gestellt, was mehr im Sinne der Challenge ist: Die starken Steigungen hochschieben (was ja kein "RideHH" mehr wäre) oder sie mit Unterstützung zumindest versuchen ?
  • Der Fortschritt im letzten Jahr und die daraus resultierenden weiteren Anfahrten für neue Gegenden war ein Teil der Lernkurve. Bis Anfang des Jahres hatte ich alles im Umkreis von 4 km Luftlinie bis auf minimale Ausnahmen gesehen. Bisher habe ich die Strecken entweder mit dem Auto überbrückt oder bin sie hin- und wieder zurückgefahren, was wieder Zeit und Kraft kostet. Und die Anfahrt per Auto ist in einigen zentraleren Stadtteilen wegen des Parkens ein vorhersehbares "Problem".



  • Manche meiner normale Touren mit dem Fahrrad als Transportmittel des Alltags und außerhalb des Projekts sind mit dem normalen Fahrrad zu weit oder man kommt verschwitzt an (z.B. Teammeetings an der Alster, Freundesbesuch aus Bamberg an der Alster o.ä.), Bus und Bahn doch manchmal kompliziert oder unzuverlässig und eine Mitnahme des Rads ist auch nicht (immer) erlaubt. Der Fahrraddealer meines Vertrauens meinte, dass sich mein Verhalten mit einem Pedelec ändern würde und ich dann wesentlich mehr Strecken mit dem Rad erledigen würde. 
Die Idee gärte also schon länger. 

Im Januar bot sich mir dann die Gelegenheit ein gute gepflegtes Mountain-Pedelec günstig zu bekommen. Das klang nach einer sinnvollen Ergänzung und angucken kostet nichts.

Der erste Eindruck war gut, also auf zur kurzen Probefahrt. Erstmal ging es bergab, um danach dann die Zuschaltung bergauf ordentlich testen zu können. "Hmmm, vielleicht ein bisschen wenig Luft auf den Reifen, aber vielleicht bin ich einfach ein bisschen schwerer als der Verkäufer." Am Ende der Bergabstrecke gab es noch ein Stück Offroad in den Wald rein. "Puh, hier haut das bisschen weniger Luft schon etwas stärker durch. Ich halte mich mal zurück und versuch mal die stärkeren Schläge zu vermeiden. Ist ja schließlich (noch) nicht mein Rad". Dann wurde es mir aber doch zu schlammig und ich drehte um. Der Anstieg lag ja noch vor mir und die Verkäufer sollten sich ja keine Sorgen machen, dass ich mit dem Rad abgehauen bin (okay, mein Auto stand eh noch vor deren Tür).

Kurz nach dem Umdrehen war die Felge inzwischen sehr deutlich zu merken beim Fahren. Daher stieg ich ab, um mal in Ruhe zu schauen und ... der Reifen war komplett platt. Mist! Vom am weitesten entfernten Punkt und dann auch noch bergauf, aber schiebenderweise. Wie unangenehm: Einmal Probefahrt und ich bringe es kaputt wieder. 
Wieder bei den Verkäufern angekommen wurde meine Reue aber schnell komplett umgekehrt. Es tat ihr leid, ihr Mann hätte es doch erst geflickt und sei seitdem auch nicht mehr gefahren. Okay, Glück gehabt, scheinbar mehr ein Verkäuferfehler. Ich konnte mich dann natürlich erstmal nicht zum Kauf durchringen, da ich auch nicht einschätzen konnte, warum es ein offenbar wiederkehrender Fehler war. Sie wollte es es mit ihrem Mann klären und sich nochmal melden.

Knapp 1 1/2 Stunden später bekam ich eine Nachricht: Ihr Mann hätte keine Lust sich nochmal um den Platten zu kümmern und sie würden mir das Rad schenken, wenn ich denn wollte.

Eine Sache habe ich in meiner Jugend in Bezug auf Fahrrad definitiv gelernt: Reifen flicken. Das Risiko mit null Kosten für das Rad war für mich kalkulierbar. Zur Not verdient mein Fahrraddealer noch was. Also ging es zurück zum Verkäufer, Rad auf den Träger und ab nach Hause. 

Natürlich nahm ich die Challenge (noch eine) an, dass ich das alleine behebe und ging gleich am nächsten Tag ran. Das Loch war schnell gefunden, im Mantel und dem Speichenband war keine Ursache für ein wiederkehrendes Loch festzustellen, Flicken drauf, warten, aufpumpen, warten, Schlauch in den Mantel, auf Druck aufpumpen, wieder warten. Am nächsten Tag war der Reifen immer noch prall und ich konnte eine erste Testrunde starten.

Kurzum: Ich bin jetzt elektrifiziert und hatte die Option auch schon bei meinen Touren im Februar/März für das Projekt ausgetestet (das Auto war länger in der Werkstatt und somit fiel die Option "Fahrradträger" weg) und auch mein sonstiges Verhalten versucht zu ändern.

Auf den vorherigen Überlegungen aufbauend gibt es also kleine Anpassungen meiner Regeln (ich mach dazu mal eine eigene Seite zum leichteren Finden)
  • Überbrückungsfahrten zu neuen Gegenden darf ich mit Unterstützung machen. Die neuen Bereiche fahre ich weiterhin gemächlich ohne Unterstützung, mit Zeit und Ruhe mit Blick für die Umgebung. Das Projekt ist kein Sprint, sondern eine Reise.
  • ebenso bei Anstiegen, die ich sonst nur mit Schieben machen könnte und bei denen die Unterstützung mir mehr Radfahren ermöglicht als ohne sie ist die Unterstützung okay. Normale Anstiege mache ich weiterhin ohne Unterstützung. Die Köhlbrandbrücke habe ich schließlich auch komplett ohne geschafft.
Die Ideen für den Alltag gehen von abendlichen Cachetouren, Arztbesuchen etc. bis hin zu der etwas längeren allwöchentlichen Tour zu meinem Sport hin und zurück (Ziel für dieses Jahr: 16 km hin, 1 Stunde Sport, 16 km zurück. Erstmal mit Pedelec, dann mal mit dem normalen).

Ja, die Fahrten in die zu fahrende Gegend macht ordentlich Spaß mit Geschwindigkeit, aber das erhöhte Gewicht durch den Akku merkt man dann vor Ort ohne Zuschaltung schon. Es ist eine Option für mehr Flexibilität, aber das altgediente Tourenrad ist wahrscheinlich die bessere Wahl, nicht zuletzt wegen der besseren Sitzposition und der schmaleren Reifen als ein Mountainbike. Aber für umsonst - äh, kostenfrei ... 😉

Donnerstag, 4. April 2024

Nach dem Jahr ist vor dem Jahr

Besser spät als nie, aber der Post muss jetzt noch sein, auch wenn das Jahr schon wieder zu einem Viertel rum ist.

Nach dem ersten intensiveren Jahr kann man dies sicherlich mal Revue passieren lassen und auch den Blick nach vorne richten. Wenn es auch in den letzten Monaten des Jahres 2023 etwas ruhiger war und durch ein deutliches Nachlassen im Radeln auch die Motivation im Indoor-Bereich mitgerissen wurde, so ist das Bewusstmachen der Erfahrungen und Erlebnisse aus hilfreich sich nochmal zu sammeln, zu überlegen was man anders und hoffentlich besser machen will und dann wieder frisch motiviert zu starten. 

2022 kann man nicht wirklich zählen. Die Idee war zu spät im Jahr geboren und erste Umsetzungen und Ideen reiften und wurden ausgetestet. So entstand dann dort u.a. auch die Idee zu diesem Blog.

Also, schauen wir zuerst zurück, um dann nach vorne zu blicken:

Wenn man sich die Trackingmap anschaut wirkt man ein bisschen ernüchtert, weil die bisher komplettierten Stadtteile doch einen gefühlt eher kleinen Bereich auf der Karte ausmachen. "Nanu, ich habe doch laut der Daten schon so viel der Straßen und Kilometer geschafft, aber das wirkt doch nicht wie 20 % auf der Karte. Ist das nur falsche Wahrnehmung? Stimmen meine Daten etwa nicht?" 

Bei genauerem Hinschauen wird es aber klar: Die Stadtteile um meinen Wohnort herum sind eher kompakt bebaut, soll heißen, viele Straßen auf kleinem Raum. Das sieht in den weiter außen liegenden Bereichen deutlich anders aus. Denn obwohl der Stadtpark, Friedhof Ohlsdorf und der Flughafen sogar optisch noch viel rausholen sind die geschafften Stadtteile gerade mal 7 % der Gesamtfläche Hamburgs, verglichen mit den 18 % der Kilometer oder der 24 % der Straßen pro Stadtteil. Vielleicht gehe ich da nochmal mehr im Detail in einem späteren Eintrag ein, denn es soll jetzt nicht so viel um Zahlen gehen.

Mein 2023er-Ziel von 1000 geschafften Kilometern hatte ich zwar nicht erreicht, aber ich halte für 2024 daran fest. 2023 war vor allem auch ein Jahr des Erfahrungsgewinns und sowohl das Wetter und andere Prioritäten im Privaten haben so manche Tour verhindert. 

Nichtsdestotrotz: Mit allen in 2023 gefahrenen Strecken und den komplettierten Stadtteilen ist ein gewisser Fortschritt schon zu erkennen.


Das Lernen fand in so vielen Bereichen statt und hierbei natürlich auch Hamburg. Hängengeblieben sind z.B. neue Einblicke in den Ohlsdorfer Friedhof, das Kennenlernen der Frank'schen Siedlung in Ohlsdorf, die Erkenntnis, dass es doch noch viel Kopfsteinpflaster gibt, mehr Steigungen als man vermuten würde und die man mit dem Auto nicht wahrnimmt, die Geschichte der einen oder anderen Straße und ihres Verlaufs und Eppendorf und seine Stiftungen. Aufgenommene Stimmungen, mitunter unterschiedliche Lebensansätze, die mit dem Stadtteil verknüpft sind, sind subjektive Wahrnehmungen, aber sie sind da. Das Gedankenkarussell dreht sich weiter, ob man mal zu öffentlichen Sitzungen der Stadtteile gehen sollte oder andere "Werkzeuge" nutzt, um aus seiner normalen Bubble mal in andere Lebensbereiche zu gucken... Gibt es solche Projekte oder Begegnungsoptionen in Hamburg? Steht schon auf meiner To-Do-List.

Inspirierend war 2023 nicht zuletzt auch bei den technischen Aspekten, Planungen und nötiger Effizienzverbesserungen. Dinge, über die ich mir vorher keinen Kopf gemacht hatte wurden wichtiger und plötzlich wurde die Tourenplanung in andere Unternehmungen mit eingebunden, um Wege mit dem Auto auch für das Projekt zu nutzen und auch, um immer eine Anlaufstelle mit dem Auto in der Gegend zu haben, für den Fall einer Panne. Und auch deswegen habe ich meine Ausrüstung im Rucksack ausgebaut. Eine kleine Panne, die mit dem richtigen Werkzeug schnell zu fixen ist ist dann auch kein Drama mehr. Aber wie es dann ja oft ist: Man stolpert einmal drüber, will vorbeugen und danach passiert es nicht mehr. Werkzeugmitnahme quasi als Präventionsmaßnahme. Wenn man einen Regenschirm dabei hat regnet es ja auch meistens nicht. 😉

Was kann und soll also 2024 bringen?

Vor allem eines: Spaß! Genuss wird ganz weit oben auf der Zielliste stehen. Aber das ist sicherlich eher ein subjektiv bewertbares Ziel. 

Die Fahrradsternfahrt am 9. Juni und das Stadtradeln - wohl wieder im September - habe ich auf dem Radar, aber ob das beides terminlich passt weiß ich nicht zu sagen. Andere Leute planen ihre Urlaube etc. rund um spezielle Aktivitäten (z.B. ausgedehnte Geocaching-Urlaube), meine Planung für dies Projekt ist eher trotzdem "First things first". Alles was dann übrig ist kann hierfür genutzt werden. 

Aber trotz "First things first" will ich mehr Fokus auf das Projekt legen, da es mit "nur mal hin und wieder eine Tour" nicht getan ist. Da muss mehr Zug, mehr Struktur, mehr "Professionalität" rein.

Nach meiner ersten Tour in 2024 war ich schon recht schnell platt und ich war enttäuscht wie sehr die im letzten Jahr doch spürbar gewonnene Fitness im Winter wieder verlorengegangen war. Für große Touren fehlte dann sowohl die Fitness als auch die kompakte Zeit. Also versuch(t)e ich dies Jahr erst einmal mehr kleine und regelmäßige Touren, auch nach Feierabend und mitunter auch ohne in neuen Bereichen zu fahren, sondern um Fitness aufzubauen oder zu erhalten. Mein Ziel ist es alle 2.3 Tage rauszugehen, und sei es "nur" für Training. Ein Ziel für die Fitness ist es mit dem Rad zum Sport (16 km eine Strecke), den Sport durchzuziehen und natürlich auch wieder zufrieden zurückzukommen. Dafür muss es aber nochmal etwas wärmer werden und die Fitness noch etwas besser.

Und ja, ich werde zwischendurch auch mal Phasen haben, in denen ich nicht für das Projekt fahre, sondern Hamburg hinter mir lasse, andere Gegenden am Wochenende erkunde, um dann aber auch Hamburg wieder zu schätzen und es nicht nur abzuradeln.

Ich muss auch auf jeden Fall noch beim Restauranttesten und den Geocaches pro Stadtteil aufholen. Kandidaten gibt es in beiden Bereichen und die Suche nach Cacheideen hält meine Augen auf jeder Tour noch mal extra offen. Aber das sind eher die Seitenprojekte ...

Mal sehen wie meine Zusammenfassung von 2024 aussehen wird. Auf jeden Fall kann ich nach diesem Post endlich wieder mehr vom Fortschritt bloggen. Ich fand dieser Blogpost muss in der zeitlich logischen Reihenfolge erst kommen. Andere sind quasi schon fertig und folgen dann zeitnah. Auch hier wird sich etwas ändern. Wöchentliche Zusammenfassungen wird es nicht  mehr geben, sondern eher monatliche und bei besonderen Begebenheiten oder Fortschritten sicherlich auch noch 

Dienstag, 6. Februar 2024

Nachtrag: Rückblick KW40/2023 bis KW52/2023

Ausnahmsweise gab es mal eine größere Lücke zum Fortschritt im Projekt. Das Update für Anfang Oktober war eigentlich schon fertig, aber wie es manchmal so ist, nehmen Job und wichtige private Themen viel Zeit in Anspruch und man schafft es nicht mehr die letzte Feinheit einzuarbeiten und auf den "Post"-Button zu klicken. Und dann kamen plötzlich noch Weihnachten und Silvester und wie jedes Jahr unerwartet dazwischen.

Nichtsdestotrotz hat sich ein bisschen was getan und das soll natürlich trotzdem dokumentiert werden. 

Outdoor:

Anfang Oktober war wieder mal die Chance für eine kleine Tour, sehr entspannt, bei bestem Wetter und Tageslicht. Diesmal ging es wieder in die Ausläufer bei Harburg, genauer gesagt nach Neuland, Rönneburg und Gut Moor. 
Eigentlich kannte ich die Ecke durch die eine oder andere Cachetour, aber mit dem Fokus auf der Challenge schaut man auf manche Dinge nochmal anders.
Am stärksten sind mir zwei Dinge in Erinnerung geblieben:
- Der ungewöhnliche Grenzverlauf im Bereich Großmoordamm zwischen Hamburg und Niedersachsen. Laut Karte verläuft die Grenze direkt durch einen Hof. 
- Die Grenze zwischen Rönneburg und Gut Moor/Neuland. Diese folgt der Wassergrenze des Seevekanals, aber dann auch sehr deutlich dem alten Bahndamm, der in diesem Bereich sehr präsent ist. Inzwischen hat die Natur ihn wieder übernommen, aber durch die blosse Höhe ist er noch immer dominant. Der Bahndamm hatte seine Schuldigkeit getan, als auf der anderen Seite des Seevekanals der bis zu 20-spurige Ausbau der Gleise abgeschlossen war und der Verkehr dann vom Rangierbahnhof Maschen über den Bahnhof Harburg nach Hamburg laufen konnte. In diesem Fall wurde die Brücke an der Wasmerstraße zwar nicht, anders als ich es schon für Autobahnen beobachtet hatte, für das Projekt abgerissen, aber sie wurde auch nicht mehr gepflegt, wurde baufäliig und letztendlich 1999 abgerissen. Der Name der Straße wurde auf beiden Seiten der Gleise beibehalten und die Straße endet jeweils im Nichts. Die Bewohner kämpfen zwar für einen Neubau, aber augenscheinlich rechnet diese sich nicht verglichen mit dem Nutzen, selbst nicht "nur" als Fußgänger- und Fahrradbrücke.
Der Blick den Rest der Wasmerstraße hoch, auf der Südseite der Gleise. Rechts endet die Straße dort wo es früher auf die Brücke über die jetzigen Gleise geht. Links kann man zwischen den ICE-Wagen das andere Ende der ehemaligen Brücke erahnen. Den Blick von der anderen Seite gibt es HIER in einem neuen Fenster zu sehen. Wenn ich dort meine Tour mache werde ich sicherlich noch ein eigenes Bild nachliefern.

Eigentlich ist es kein wirklicher Meilenstein, aber immerhin habe ich an diesem Tag auch noch einen Stadtteil komplettiert. Okay, Gut Moor hat nur 7 Straßen mit 5,9 km Länge, aber geschafft ist geschafft.

Die letzte Tour des Jahres ging dann nochmal durch Schnelsen. Hier war noch einiges in den äußeren Bereichen an der Stadtgrenze offen und die Tour war auf jeden Fall eines: Abwechslungsreich. Wie viele unterschiedliche Facetten ein Stadtteil haben kann ist schon erstaunlich. Schnelsen ist auf jeden Fall eine dieser Gegenden, wo man alles hat: Einzelhäuser, große und kleine Grundstücke, Wohnsilos, Parks, Natur. Anderen Stadtteile sind da sicherlich eintöniger, aber vielleicht wird mich der eine oder andere auch noch überraschen auf meinen Touren. Schnelsen hat es auf jeden Fall schon mal geschafft. 

Was ist von dieser Tour besonders erwähnenswert? Zum einen war da der auffällig starke Autoverkehr in Richtung einer kleinen Seitenstraße und Sackgasse, den ich schon früh bemerkte. Nach ein paar kleineren Schlenkern kam ich zu einem Sportplatz und wunderte mich über die Flagge des FC St.Pauli mitten in Schnelsen. Dann wurde aber schnell klar: Es ist das Leistungszentrum eben dieser Kiezkicker für den Fußballnachwuchs. Bei dem dort stattfindenen Spiel gegen Wolfsburg war leider gerade Halbzeit und mein Challenge trieb mich weiter. Aber auch hier: Wieder was gelernt.
Zum anderen konnte ich mir doch ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, als ich auf einer Straße direkt auf der Stadt- und damit auch Landesgrenze fuhr. Links von mir wohnten sie in Hamburg, rechts von mir in Pinneberg. Ja, das gab es auch schon an anderen Stellen (Langenhorn <-> Norderstedt, Sinstorf <-> Kreis Harburg), aber Pinneberg ?! 😜 Okay, wir wollen keine Leser vergraulen. Aber manchmal muss der Norderstedter und Hamburger doch mal raus.

Indoor:

Hamburg ist dieses Jahr beim Stadtradeln auf Platz 5 gelandet und musste Leipzig und München an sich vorbeiziehen lassen.

Das klingt im ersten Moment enttäuschend und nach einem Rückschritt, aber im Vergleich zu 2022 waren es mehr als 1.800 (10+ %) Teilnehmer, 80 Teams (10+ %) und 600.000 Kilometer (22+ %) mehr. Und wenn andere besser sind heisst es nicht, dass man selber schlecht war, sondern ist Ansporn für das nächste mal. 

Der beste Einzelfahrer hat mehr als 3400 km in 21 Tagen gemacht. Davon bin ich weit entfernt, aber einige nutzen das Rad immerhin beruflich (Kurierfahrer, Lieferdienste, Heimlieferservices). Und umsatteln werde ich da nicht mehr, zumindest beruflich nicht freiwillig.

Also, in 2024 geht Hamburg wieder an den Start und ich geplant auch. Mal sehen, ob der Terminkalender dann auch mehr Anteil von mir zulässt. Der Wille ist da.

Zahlen:

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es wächst und wächst. Immerhin habe ich mich der 20%-Marke der gefahrenen Straßen genähert, wenn auch die Kilometer noch etwas hinterherhinken ...

In diesen Wochen sah es immerhin so aus:

    Gefahrene Meter (laut GPS-Tracks) : 56.780

    Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 37.605

    Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 589.331 (589,331 km)

    Diese Wochen komplettierte Strassen/Stadtteile  (Doppelzählungen möglich): 65


Ja, das erreichte ist weit weg vom eigentlich geplanten. Ich weiss welche Unwegbarkeiten es gab, um das wirklich zu erreichen und es war das erste wirkliche Jahr, in dem es auch wieder drum ging Erfahrungen zu sammeln. 

Wenn dieser Post dann ENDLICH fertig ist steht die neue Saison schon bevor, aber dazu gibt es noch einen eigenen Beitrag

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Rückblick KW39/2023

In der Einleitung zu schreiben, dass es diesmal keine Einleitung gibt ist schon paradox, oder ? 
Gehen wir also direkt in die Themen.

Outdoor:

Im letzten Update hatte ich ja schon erwähnt, dass Fahrten im Dunkeln in Richtung Innenstadt eine gute Option sind, um trotzdem was zu schaffen und weniger Verkehr zu haben. So konnte ich auch diese Woche wieder das Rad für einen geplanten Weg zum Kiez nutzen, um mal wieder etwas Live-Kultur zu schnuppern. Und nein, keine Kiez-Männer-Kultur, sondern echtes Theater.

Man merkt mit dem Rad immer wieder die Feinheiten der Stadt und sei es nur in Form der kleinen, langgezogenen Steigungen und als Belohnung die ebenso langen Abfahrten. Norddeutsches Flachland ist woanders, aber nicht in Hamburg...

Auf dem Weg waren mir u.a. auf der kurzen Strecke Veloroute die Schilder aufgefallen, die augenscheinlich aber wirklich neu sind und die Velorouten jetzt besser markieren. Es tut sich was, aber auch kleine Schritte sind gute. Bei meinen vorherigen Fahrten auf Velorouten musste ich auf's Handy gucken, um zu sehen, wo es langgeht. Beschilderung bringt mehr Sicherheit und ich habe schon öfter gedacht wie viele Schilder im Verkehr eigentlich für Autos und wie wenige für andere Teilnehmer sind. Die neuen Schilder verdichten zwar den Schilderwald potentiell, aber vielleicht wird an anderen Stellen auch etwas abbaubar durch die Änderung der Verkehrsführungen. Niemand sagt, dass Mobilitätswende ohne Reibung funktionieren kann. 

Die direkten Wege in die Stadt sind zu speziellen Spots schon recht befahren von mir und die Auswahl der Strecken fällt dann immer schwerer oder es muss ein Umweg her. Aber auch die lohnen sich immer mal wieder und man stösst entweder auf eine thematisch passende Skulptur 


oder eine kleine, versteckte Kapelle des ehemaligen Bethanien-Krankenhauses in Eppendorf aus dem 19. Jahrhundert.

Meine zweite Runde sollte mich nach Feierabend mal wieder nach Bramfeld vor einem anderen Termin führen. Das Wetter war zu gut, um es nicht zu nutzen. Leider waren auf dem Weg dorthin zu viele Baustellen und im Feierabendverkehr mit dem Auto dauerte es wirklich lange dorthin zu gelangen. Daher war vor Ort nicht viel Zeit und Genussradeln ist sicherlich was anderes als den nächsten Termin dicht im Nacken zu haben. Daher gibt es davon auch nicht viel zu berichten... Immerhin gab es im Endspurt noch ein paar Kilometer für das Stadtradeln.

Indoor:

Immer noch ausstehend ist die Verbesserung der Auswertung bzgl. nicht fahrbarer Straßen oder Teilstrecken. Aber das ist auch was für nasse und kalte Herbst- und Winterabende und hat noch Zeit.

Zahlen:

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es wächst und wächst. Immerhin nähere ich mich der 20%-Marke der gefahrenen Straßen, wenn auch die Kilometer noch etwas hinterherhinken ...

Diese Woche sah es immerhin so aus:

    Gefahrene Meter (laut GPS-Tracks) : 32.660

    Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 17.810

    Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 550.576 (550,576 km)

    Diese Wochen komplettierte Strassen/Stadtteile  (Doppelzählungen möglich): 42

Ich habe einige größere Straßen, die angefangen und recht weit fortgeschritten sind, sei es im Hafen, in Schnelsen, Hummelsbüttel oder Bramfeld. Es sieht also noch etwa freundlicher aus bei den bereits komplettierten Kilometern, wenn ich auch das ursprüngliche Ziel von 1000 km an gesehenen Straßen in 2023 wohl nicht mehr schaffen werde. 

 Ausblick auf KW 40/2023:

Der Brückentag gibt hoffentlich die Chance für eine gute Runde und wenn Wetter und Kalender am Freitag und Wochenende passen sollte da auch noch Chance sein. Aber nicht auf Druck, sondern immer mit dem nötigen Mindestmaß an Genuß ...

Donnerstag, 28. September 2023

Rückblick KW38/2023

Eigentlich sollte der Post diesmal kurz werden. Aber schauen wir mal was mir alles noch wieder einfällt...

Outdoor:

Immerhin hatte ich Zeit für eine Abendrunde. Die früher einsetzende Dunkelheit nimmt mir Zeit. Ja, ich habe mir selber den Kompromiss zugestanden, auch im Dunkeln zu fahren, aber es sollte dennoch nicht zur Regel werden.

Tendenziell ist alles in Richtung Innenstadt im Dunkeln gut und ein anderes Erlebnis. Dann ist weniger Verkehr auf den man achten muss und damit sind mehr Sinne frei für die Umgebung ohne dass es wie ausgestorben und langweilig wird und man noch genug von den Menschen sieht. In den äusseren Bereichen ist hier eher Schluss und die Bürgersteige werden hochgeklappt.

Ich überlege rückwirkend immer, wie eine Runde/Tour zu anderen Tageszeiten/Lichtverhältnissen wohl gewesen wäre. Und diese Runde in Schnelsen diese Woche wäre bestimmt ein anderes Erlebnis gewesen und bei Tageslicht bis knapp vor die Dunkelheit gab es hier wieder viele Kleinigkeiten zu sehen. Und vermutlich wird es das einzige mal gewesen sein, dass ich mit dem Fahrrad zum globalen Möbelkaufhaus gefahren.

Ich bin dabei auch an Grenzen gestossen, auch wenn es nicht meine eigenen waren...

Am präsentesten an diesem Abend war wohl die Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm. Die Straße liegt zwar in Rothenburgsort und damit quasi am anderen Ende der Stadt, aber dennoch hatte sich die für Schnelsen zuständige Baubehörde seinerzeit dafür ausgesprochen die Straßen rund um das Neubaugebiet nach den Kindern dieser tragischen Geschichte zu benennen. Auch solche Geschichten gehören zu Hamburg und auf den Straßen mit den Kindernamen zu fahren hat einen schon leicht bedrückt gemacht. Zentraler Punkt in der Gegend ist die Stele des "Mahnmals für die Kinder vom Bullenhuser Damm" . 

Erinnerungen an diese Zeit ziehen sich überall durch die Stadt, man muss sie nur wahrnehmen: Straßennamen nach Opfern & Widerständlern, Gedenkstätten, die sog. "Stolpersteine".

Der Name eines der Kinder, Walter Jungleib, wurde auf dem Mahnmal übrigens falsch geschrieben, aber man hat sich dennoch entschieden, das Werk so zu belassen wie es von den Künstlern erschaffen wurde.

Indoor:

Die Offline-Karte in meiner Wohnung zieht um. Ich hab noch nicht den richtigen Platz gefunden und muss ggf. den Maßstab ändern, aber das hat Zeit.
Zum Besten geben kann ich hier sonst noch einen thematisch zusammenhängenden Link zu einem Bericht aus Lüneburg geben, bei der eine Läuferin die Challenge für das schöne Lüneburg geschafft hat. Der Beitrag zeigt ganz gut auch meinen Werdegang und Wissensgewinn: 
 - Klingt spannend
 - Fang mal an
 - Wie tracke ich das ? 
 - Schnelle Erfolge am Anfang sind schön, aber irgendwann muss mehr System rein.
 - es gibt keinen Weg, ohne Straßen doppelt zu machen
 - es gibt so viel spannendes und schönes zu sehen

Den Beitrag findet man hier: https://www.landeszeitung.de/sport/regional/simone-wulf-durchlauft-alle-strassen-luneburgs-b1561982-b509-470a-80aa-54698ccd682b.html
Ich habe ihn aber auch in die Linksammlung mit aufgenommen.

Zahlen:

Zusätzlich zu den blossen Metern und Straßen war mir bei meiner einen Tour diese Woche aufgefallen, dass ich wirklich langsam war. 2 Stunden für 21 km ist langsam. Lag es am Cachen nebenbei, manchmal wirklich langem Warten an Ampeln oder woran sonst? Da were ich mir den Track nochmal genauer anschauen, ob mir noch was auffällt ..

    Gefahrene Meter (laut GPS-Tracks) : 21.600

    Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 10.855

    Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 532.766 (532,766 km)

    Diese Wochen komplettierte Strassen/Stadtteile  (Doppelzählungen möglich): 35


 Ausblick auf KW 39/2023:

Keine konkreten Pläne, aber ich werde sicherlich versuchen ein bis zweimal diese Woche auf's Rad zu gehen. Die Aussichten sind nicht zu schlecht. 

Freitag, 22. September 2023

Rückblick KW 36 & 37/2023

Getreu dem Motto "Besser spät als nie" gibt es diesmal eine Zusammenfassung der letzten zwei Wochen. Akuter Zeitmangel hatte mich den Rückblick für KW36 zwar anfangen, aber dann doch nicht zu Ende schreiben lassen. 

Outdoor:

Einen Plan zu haben ist gut, sofern einem andere Prioritäten schon vorab die Optionen nehmen. Meinen Plan für KW36 habe ich durchziehen können und entsprechend "erfolgreich" war die Woche dann auch.

Montag: Nach Feierabend hatte ich Zeit für eine dedizierte Runde in Niendorf und Schnelsen. Niendorf ist größer als ich es vorher parat hatte und auch Schnelsen erstreckt sich weiter nach Norden als mir bewusst war. Und immer wieder springen einen die Kleinode auch an belebten Straßen an, die man beim Autofahren nicht bemerken würde. Und das Abendlicht macht es nochmal schöner.

Drei bis vier Runden werde ich da wohl noch brauchen, um beide Stadtteile komplett zu haben.

Dienstag: Hier gab es eine kleine Runde in Nienstedten rund um einen privaten Termin. Nienstedten ist den meisten sicherlich bekannt durch die Elbchaussee und die an ihr liegende, bei Brautpaaren sehr beliebte Kirche. Das ist wahrscheinlich der Blick, den die meisten kennen, aber wer ist wirklich schon durch die Seitenstrassen gefahren und hat sich die Zeit genommen, die dort liegenden grossen Grundstücke und schönen Häuser (soweit wie es die Eigentümer zulassen) anzuschauen. Und wer weiss schon, wieso die Grundstücke hier noch immer alle so groß sind und noch nicht zum Ziel von Spekulanten und Bauträgern geworden ist?

Der Grund hierfür ist der "inoffizielle" Stadtteil "Hochkamp" und die damit verbundene sog. "Hochkampklausel", die für alle Grundstücke in dieser Gegend im Grundbuch vermerkt ist und Mindestgrößen der Grundstücke, sowie Abstände der Bebauung zu anderen Grundstücken enthält. Hochkamp ist ein im späten 19. Jahrhundert gegründetes Villenviertel, welches sich über Teile von Nienstedten und Osdorf erstreckt.

Unterschwellig ist mir die Großzügigkeit auch beim Radfahren aufgefallen: Breite Straßen, wenig Verkehr und vor allem wenige auf der Straße parkende Fahrzeuge. Auf den Grundstücken ist bestimmt genug Platz dafür und das edle Straßenbild soll ja auch gepflegt bleiben. Das habe ich in anderen Teilen schon deutlich anders gesehen: Kleine Grundstücke mit wenig Garten, aber wahrscheinlich alle mit zwei Autos.
Der nächste Termin in der Gegend kommt bestimmt und dann geht es dort auch wieder weiter...

Mittwoch: In diesem Jahr waren in Hamburg wieder die Hamburg Cruise Days und im Rahmen derer auch der Hamburg BluePort, der alle zwei Jahre stattfindet. Ursprünglich entstanden ist es aus dem "Blue Goals"-Projekt anlässlich der Fußball-WM 2006. Hierbei fanden sich überall in Hamburg blau leuchtende Tore. Ich weiß noch, dass es seinerzeit viele Hamburg motiviert hatte auch ihre eigenen Wohnungen und Häuser durch blaue Illumination an dem Gesamtkunstwerk teilnehmen zu lassen.
Am Wochenende war hier also Hochbetrieb erwartet und so wollte ich die Chance des Wochentags nutzen und das eine oder andere Photo schiessen. Parkraum ist auch hier knapp und mit dem Rad kann man eh viel mehr erkunden, auch direkt an die guten Photospots und man kann auch spontan halten. 


Auch unter der Woche war hier viel los und auch noch um 22:00 Uhr. Ob das jetzt nur durch den BluePort kam oder jeden Tag so ist vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall waren einige Menschen mit ihren Kameras unterwegs, einige haben ihre Motorräder im blauen Licht in Szene gesetzt, andere fanden das Setup so klasse, dass sie die Szene gleich noch aufgenommen haben, andere haben die Standardspots besucht, vor der Elphi war Abreise nach einer Veranstaltung. Hamburg schläft selten ...


Die Hafencity benötigt definitiv mehr Planung, um nichts zu vergessen. Viele kleine Plätze, Gassen, Brücken, Kais, die auf Openstreetmap einen Namen haben und die ich noch mit dem Verzeichnis abgleichen muss, was davon jetzt definitiv, nach meiner Definition der Challenge, gefahren werden muss. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtteilen ist die Hafencity im neuen Teil geplant und nicht gewachsen. Ich kenne die Gegend noch aus meiner Kindheit und wahrscheinlich fällt mir hieran am stärksten auf, wie sehr die Zeit seitdem vergangen ist...

Zusätzlich zu dem vorher gemachten Plan gab es am Sonntag noch eine Runde, diesmal im Süden Hamburgs. Es war trocken, nicht zu warm und die Anspannung wegen des bevorstehenden Basketball-WM-Finals musste in Bewegung umgesetzt werden und ich wollte ja auch meinen Teil zum "Stadtradeln" beitragen. Genau gesagt waren die nahe der Autobahn gelegenen Bereiche in Sinstorf und Langenbek (Anmerkung: Wieder etwas gelernt durch das Projekt. Vorher kannte ich Langenbek noch nicht mal als Stadtteil Hamburgs und die Gegend zählte für mich immer zu Harburg, Rönneburg oder Sinstorf) mein vorgenommenes Ziel.

Vorgenommen klingt schon fast nach Planung, aber die Runde war sehr spontan und ohne echten Plan, auch wenn mir die Gegend an sich nicht komplett unbekannt ist. Und trotzdem waren das wieder die vielen Kleinigkeiten, die man noch nicht kannte: Straßen, die zum einen zu Niedersachsen, zum anderen zu Hamburg gehören, bei denen man sich schon fragt, wer wohl mal die Grenze an der Stelle gezogen hat oder wieso die Straße sich nicht genau an der Grenze orientiert. Und dann gibt es auch wieder, wie in Neuland bei der A1, Straßen, die wohl beim Bau der A7 durchschnitten wurden. Auffällig war auch die Malsfeldstraße, die am Anfang und Ende zu Hamburg gehört und dann noch ein kleiner Zacken in der Stadtgrenze auch nochmal mittendrin. Ich frage mich dann immer wie lange es an solchen Stellen wohl dauert bis die Zuständigkeiten für Strom, Wasser, Gas und Straßenbau eindeutig geklärt sind ...

Wie ländlich Hamburg hier bereits ist konnte ich an einem Reh in einem der Gärten beobachten. Aber das kannte ich auch schon von vor einigen Jahren aus Heimfeld. Das Photo wirkt ländlicher als es ist. Um mich herum sind überall Häuser und Gärten.


Am darauffolgenden Dienstag hat mich vor allem die Motivation des Stadtradelns noch eine Runde in Eppendorf und Lokstedt drehen und das restliche Sonnenlicht ausnutzen lassen. Auch hier war ich im Nachhinein wieder erstaunt wo die Grenzen verlaufen und welche Bereiche man eigentlich dem anderen Stadtteil zugeordnet hätte.
Obwohl es nur eine Stunde war gab es doch den einen oder anderen Aha-Effekt:
- Abstellfläche für Räder ist in einigen Straßen genauso knapp wie für Autos. Teilweise in Dreierpacks angeschlossen standen sie nebeneinander vor den Wohnhäusern. Muss man mögen ...
- In der weiteren Umgebung der Uniklinik Eppendorf (UKE) gibt es viele Wohnstifte. Auch das ist mir bislang vom Auto aus nie aufgefallen. Ich werde mal beobachten, ob es diese Führung (https://geschichtswerkstatt-eppendorf.de/termin/wohnstifte-in-eppendorf-zur-geschichte-der-wohltaetigkeit/) nochmal irgendwann gibt oder ob man das unter https://geschichtswerkstatt-eppendorf.de/start/publikationen/ aufgeführte Buch "Stifter, Schwestern, Zufluchtsstätten" irgendwo ausleihbar ist.
- Die Zusatzschilder unter den Straßennamen mit weiteren Infos zu den namensgebenden Personen habe ich bisher im Fahrrausch weniger beachtet, aber der eine oder andere Blick lohnt sich doch mal und wird in Zukunft mehr werden, um sich dann im Nachgang noch ein paar Infos im Internet dazu anzugucken oder als Inspiration für Filme mit Lerneffekt. An diesem Abend war es das Schild von Christoph Probst als Mitglied der "Weissen Rose".

Indoor:

Beim Trackingvideo habe ich das Umland wie geplant in eine Unschärfe umgestellt, um die aussen liegenden und bereits komplettierten Stadtteile noch besser erkennen zu können. Das geht sicherlich noch etwas schöner, bedarf aber etwas mehr Ruhe.

Auf der Trackingmap habe ich angefangen die Straßenabschnitte separat zu markieren, die dauerhaft nicht fahrbar sind, weil es z.B. durch die Beschilderung verboten ist oder, wie im Hafen, sie zwar im Straßenverzeichnis eingetragen sind, aber auf dem Gelände von Kaibetrieben liegen. In das Video habe ich sie aber noch nicht einfliessen lassen, zumal sie auch noch nicht komplett sind. Der zusätzliche Vorteil: Ich kann dadurch die Strecken, die nicht fahrbar sind, gut messen und es in die Zahlen mit einfliessen lassen.

Mir fallen immer mal Unterschiede zwischen meinen Quellen (Wikipedia, Openstreetmap, GoogleMaps) auf. Aber nach kurzer Recherche ist das schnell geklärt und zumindest auf Wikipedia oder auf OpenStreetmap korrigiert.

Zahlen:

Man könnte der Woche den Titel "Kleinvieh macht auch Mist" geben, da neben der großen Runde am Montag die kleinen auch zu den letztendlich gar nicht so schlechten Zahlen beigetragen haben. An der einen oder anderen Stelle war auch etwas "Glück" dabei, weil kleinere Abschnitte zu zwei Stadtteilen zählten, dafür gibt es aber auch wieder viel Stückwerk und angefangene längere Straßen. Es geht alles seinen Gang.

    Gefahrene Meter (laut GPS-Tracks) : 81.430

    Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 49.805

    Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 521.911 (515,836 km)

    Diese Wochen komplettierte Strassen/Stadtteile  (Doppelzählungen möglich): 128


 Ausblick auf KW 38/2023:

Diese Woche sollte ruhiger sein und zumindest etwas Platz für die eine oder andere kleine Runde bieten. Mal sehen was das Wetter dazu sagt. Viel mehr plane ich derzeitig noch nicht, da doch noch viel in Bewegung ist.

Ein Jahr Stillstand ?!

Ja, das könnte man denken, wenn man sich das Blog anschaut. Das letzte Posting ist immerhin schon ein Jahr alt. Schweigen kann entweder ein ...