Getreu dem Motto "Besser spät als nie" gibt es diesmal eine Zusammenfassung der letzten zwei Wochen. Akuter Zeitmangel hatte mich den Rückblick für KW36 zwar anfangen, aber dann doch nicht zu Ende schreiben lassen.
Outdoor:
Einen Plan zu haben ist gut, sofern einem andere Prioritäten schon vorab die Optionen nehmen. Meinen Plan für KW36 habe ich durchziehen können und entsprechend "erfolgreich" war die Woche dann auch.
Montag: Nach Feierabend hatte ich Zeit für eine dedizierte Runde in Niendorf und Schnelsen. Niendorf ist größer als ich es vorher parat hatte und auch Schnelsen erstreckt sich weiter nach Norden als mir bewusst war. Und immer wieder springen einen die Kleinode auch an belebten Straßen an, die man beim Autofahren nicht bemerken würde. Und das Abendlicht macht es nochmal schöner.
Drei bis vier Runden werde ich da wohl noch brauchen, um beide Stadtteile komplett zu haben.
Dienstag: Hier gab es eine kleine Runde in Nienstedten rund um einen privaten Termin. Nienstedten ist den meisten sicherlich bekannt durch die Elbchaussee und die an ihr liegende, bei Brautpaaren sehr beliebte Kirche. Das ist wahrscheinlich der Blick, den die meisten kennen, aber wer ist wirklich schon durch die Seitenstrassen gefahren und hat sich die Zeit genommen, die dort liegenden grossen Grundstücke und schönen Häuser (soweit wie es die Eigentümer zulassen) anzuschauen. Und wer weiss schon, wieso die Grundstücke hier noch immer alle so groß sind und noch nicht zum Ziel von Spekulanten und Bauträgern geworden ist?
Der Grund hierfür ist der "inoffizielle" Stadtteil "
Hochkamp" und die damit verbundene sog. "Hochkampklausel", die für alle Grundstücke in dieser Gegend im Grundbuch vermerkt ist und Mindestgrößen der Grundstücke, sowie Abstände der Bebauung zu anderen Grundstücken enthält. Hochkamp ist ein im späten 19. Jahrhundert gegründetes Villenviertel, welches sich über Teile von Nienstedten und Osdorf erstreckt.
Unterschwellig ist mir die Großzügigkeit auch beim Radfahren aufgefallen: Breite Straßen, wenig Verkehr und vor allem wenige auf der Straße parkende Fahrzeuge. Auf den Grundstücken ist bestimmt genug Platz dafür und das edle Straßenbild soll ja auch gepflegt bleiben. Das habe ich in anderen Teilen schon deutlich anders gesehen: Kleine Grundstücke mit wenig Garten, aber wahrscheinlich alle mit zwei Autos.
Der nächste Termin in der Gegend kommt bestimmt und dann geht es dort auch wieder weiter...
Mittwoch: In diesem Jahr waren in Hamburg wieder die Hamburg Cruise Days und im Rahmen derer auch der Hamburg BluePort, der alle zwei Jahre stattfindet. Ursprünglich entstanden ist es aus dem "Blue Goals"-Projekt anlässlich der Fußball-WM 2006. Hierbei fanden sich überall in Hamburg blau leuchtende Tore. Ich weiß noch, dass es seinerzeit viele Hamburg motiviert hatte auch ihre eigenen Wohnungen und Häuser durch blaue Illumination an dem Gesamtkunstwerk teilnehmen zu lassen.
Am Wochenende war hier also Hochbetrieb erwartet und so wollte ich die Chance des Wochentags nutzen und das eine oder andere Photo schiessen. Parkraum ist auch hier knapp und mit dem Rad kann man eh viel mehr erkunden, auch direkt an die guten Photospots und man kann auch spontan halten.
Auch unter der Woche war hier viel los und auch noch um 22:00 Uhr. Ob das jetzt nur durch den BluePort kam oder jeden Tag so ist vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall waren einige Menschen mit ihren Kameras unterwegs, einige haben ihre Motorräder im blauen Licht in Szene gesetzt, andere fanden das Setup so klasse, dass sie die Szene gleich noch aufgenommen haben, andere haben die Standardspots besucht, vor der Elphi war Abreise nach einer Veranstaltung. Hamburg schläft selten ...


Die Hafencity benötigt definitiv mehr Planung, um nichts zu vergessen. Viele kleine Plätze, Gassen, Brücken, Kais, die auf Openstreetmap einen Namen haben und die ich noch mit dem Verzeichnis abgleichen muss, was davon jetzt definitiv, nach meiner Definition der Challenge, gefahren werden muss. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtteilen ist die Hafencity im neuen Teil geplant und nicht gewachsen. Ich kenne die Gegend noch aus meiner Kindheit und wahrscheinlich fällt mir hieran am stärksten auf, wie sehr die Zeit seitdem vergangen ist...
Zusätzlich zu dem vorher gemachten Plan gab es am Sonntag noch eine Runde, diesmal im Süden Hamburgs. Es war trocken, nicht zu warm und die Anspannung wegen des bevorstehenden Basketball-WM-Finals musste in Bewegung umgesetzt werden und ich wollte ja auch meinen Teil zum "Stadtradeln" beitragen. Genau gesagt waren die nahe der Autobahn gelegenen Bereiche in Sinstorf und Langenbek (Anmerkung: Wieder etwas gelernt durch das Projekt. Vorher kannte ich Langenbek noch nicht mal als Stadtteil Hamburgs und die Gegend zählte für mich immer zu Harburg, Rönneburg oder Sinstorf) mein vorgenommenes Ziel.
Vorgenommen klingt schon fast nach Planung, aber die Runde war sehr spontan und ohne echten Plan, auch wenn mir die Gegend an sich nicht komplett unbekannt ist. Und trotzdem waren das wieder die vielen Kleinigkeiten, die man noch nicht kannte: Straßen, die zum einen zu Niedersachsen, zum anderen zu Hamburg gehören, bei denen man sich schon fragt, wer wohl mal die Grenze an der Stelle gezogen hat oder wieso die Straße sich nicht genau an der Grenze orientiert. Und dann gibt es auch wieder, wie in Neuland bei der A1, Straßen, die wohl beim Bau der A7 durchschnitten wurden. Auffällig war auch die Malsfeldstraße, die am Anfang und Ende zu Hamburg gehört und dann noch ein kleiner Zacken in der Stadtgrenze auch nochmal mittendrin. Ich frage mich dann immer wie lange es an solchen Stellen wohl dauert bis die Zuständigkeiten für Strom, Wasser, Gas und Straßenbau eindeutig geklärt sind ...
Wie ländlich Hamburg hier bereits ist konnte ich an einem Reh in einem der Gärten beobachten. Aber das kannte ich auch schon von vor einigen Jahren aus Heimfeld. Das Photo wirkt ländlicher als es ist. Um mich herum sind überall Häuser und Gärten.

Am darauffolgenden Dienstag hat mich vor allem die Motivation des Stadtradelns noch eine Runde in Eppendorf und Lokstedt drehen und das restliche Sonnenlicht ausnutzen lassen. Auch hier war ich im Nachhinein wieder erstaunt wo die Grenzen verlaufen und welche Bereiche man eigentlich dem anderen Stadtteil zugeordnet hätte.
Obwohl es nur eine Stunde war gab es doch den einen oder anderen Aha-Effekt:
- Abstellfläche für Räder ist in einigen Straßen genauso knapp wie für Autos. Teilweise in Dreierpacks angeschlossen standen sie nebeneinander vor den Wohnhäusern. Muss man mögen ...
- Die Zusatzschilder unter den Straßennamen mit weiteren Infos zu den namensgebenden Personen habe ich bisher im Fahrrausch weniger beachtet, aber der eine oder andere Blick lohnt sich doch mal und wird in Zukunft mehr werden, um sich dann im Nachgang noch ein paar Infos im Internet dazu anzugucken oder als Inspiration für Filme mit Lerneffekt. An diesem Abend war es das Schild von Christoph Probst als Mitglied der "Weissen Rose".
Indoor:
Beim
Trackingvideo habe ich das Umland wie geplant in eine Unschärfe umgestellt, um die aussen liegenden und bereits komplettierten Stadtteile noch besser erkennen zu können. Das geht sicherlich noch etwas schöner, bedarf aber etwas mehr Ruhe.
Auf der
Trackingmap habe ich angefangen die Straßenabschnitte separat zu markieren, die dauerhaft nicht fahrbar sind, weil es z.B. durch die Beschilderung verboten ist oder, wie im Hafen, sie zwar im Straßenverzeichnis eingetragen sind, aber auf dem Gelände von Kaibetrieben liegen. In das Video habe ich sie aber noch nicht einfliessen lassen, zumal sie auch noch nicht komplett sind. Der zusätzliche Vorteil: Ich kann dadurch die Strecken, die nicht fahrbar sind, gut messen und es in die Zahlen mit einfliessen lassen.
Mir fallen immer mal Unterschiede zwischen meinen Quellen (Wikipedia, Openstreetmap, GoogleMaps) auf. Aber nach kurzer Recherche ist das schnell geklärt und zumindest auf Wikipedia oder auf OpenStreetmap korrigiert.
Zahlen:
Man könnte der Woche den Titel "Kleinvieh macht auch Mist" geben, da neben der großen Runde am Montag die kleinen auch zu den letztendlich gar nicht so schlechten Zahlen beigetragen haben. An der einen oder anderen Stelle war auch etwas "Glück" dabei, weil kleinere Abschnitte zu zwei Stadtteilen zählten, dafür gibt es aber auch wieder viel Stückwerk und angefangene längere Straßen. Es geht alles seinen Gang.
Gefahrene Meter (laut GPS-Tracks) : 81.430
Komplettierte Meter (Doppelzählungen möglich) : 49.805
Komplettierte Meter in 2023 (Ziel: 1000 km) : 521.911 (515,836 km)
Diese Wochen komplettierte Strassen/Stadtteile (Doppelzählungen möglich): 128
Ausblick auf KW 38/2023:
Diese Woche sollte ruhiger sein und zumindest etwas Platz für die eine oder andere kleine Runde bieten. Mal sehen was das Wetter dazu sagt. Viel mehr plane ich derzeitig noch nicht, da doch noch viel in Bewegung ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen